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SPD Kinzweiler - Hehlrath - St. Jöris

Die Gemeinde Kinzweiler und ihr Wappen

Das Wappen der Gemeinde Kinzweiler
Das Wappen der Gemeinde Kinzweiler
Das Wappen der Gemeinde Kinzweiler

Mitte der 1990er Jahre erwarb der SPD Ortsverein Kinzweiler von der Stadt Eschweiler das Recht, das Wappen der ehemaligen Gemeinde Kinzweiler verwenden zu dürfen.

Über dieses Wappen schreibt Josef Granrath, vom Verein der Heimatfreunde Kinzweiler 1959 e.V., in seiner 1973 erschienen „Chronologie und Zeittafel zur Geschichte von Kinzweiler, Hehlrath und St.Jöris“:

Mit dem Vollzug der Kommunalen-Neugliederung des Aachener Raumes am 1. Januar 1972 ist die Gemeinde Kinzweiler in die Stadt Eschweiler aufgegangen. Zur 1816 gegründeten Gemeinde Kinzweiler gehörten die Orte Kinzweiler, Hehlrath und St. Jöris.

Damit hat auch das mit Genehmigung des Oberpräsidenten der Rheinprovinz am 17. September 1935 eingeführte eigene Gemeindewappen und Dienstsiegel seinen amtlichen Charakter verloren und wird uns in Zukunft nicht mehr entgegentreten. Deshalb soll das bemerkendwert gestaltete Wappen hier noch einmal dargestellt werden.

Das Wappen zeigt auf goldenem Grund den schwarzen Wappenschild mit dem rechtsspringenden, gekrönten, doppelgeschweiften, silbernen Löwen, sowie als Schildträger den hl. Georg in silberner Rüstung mit der Lanzenfahne und dem erlegten Drachen zu seinen Füßen. Damit nimmt das Wappen Bezug auf die ehemaligen freie Herrschaft Kinzweiler.

Die Kinzweiler Ritter hatten sich für ihre Herrschaft den hl. Georg zum Schutzpatron erwählt, der als Ideal des christlichen Rittertums hohe Verehrung genoss, da er, obwohl Kommandeur einer römischen Legion, seines Glaubens wegen, im Jahre 303 unter Kaiser Diokletian, durch das Schwert den Märtyrertod erlitt.

Unter dem Patronat des hl. Georg gründeten im Jahre 1274 die Kinzweiler Ritter Winrich Amelius und Reinhard, nach dem Willen ihrer Eltern Ritter Winrich und Gattin Jutta, auf ihrem Territorium im nahen Probsteierwald ein Zisterzienser-Nonnenkloster. Um dieses Kloster entstand allmählich das heutige Dorf St. Jöris, das seinen Namen auf den Schutzpatron des Klosters und des Grundherrn zurückführt. Das Dorf war Bestandteil der Herrschaft Kinzweiler und blieb auch später der Gemeinde Kinzweiler zugehörig.

Der Wappenschild mit dem Löwen ist das Wappen der ehemaligen Herren von Kinzweiler zu Kinzweiler. Diese führten in schwarzem Felde einen rechtsschreitenden, gekrönten, doppeltgeschweiften, silbernen Löwen, der auf dem Helme zwischen zwei schwarzen, offenen Adlerflügeln wachsend wiederholt ist.

Wann die Kinzweiler Herren dieses Wappen annahmen, ist nicht überliefert, jedoch beweist es, wie eine Reihe anderer Tatsachen, die einstmals hohe dynastische Qualität der Kinzweiler Ritter. Nur freie Edelherren durften diesen Löwen im Wappen führen. Die Edelherren zu Randerath nennen die Kinzweiler als ebenbürtige Verwandte. Zudem beweist das Bestehen der beiden „Motten“ in Kinzweiler, die einst die Burghäuser trugen, nachdrücklich das Vorhandensein eines unabhängigen Edelherrengeschlechtes. Denn nachweislich sind alle niederrheinisch-limburgischen Motten von Edelherren errichtet worden. Außerdem war das ein besonderes Privileg dieses Standes.

Die Herrschaft Kinzweiler dürfte somit schon eine geraume Zeit bestanden haben, ehe sie uns als Jülicher Lehen zu Anfang des 13. Jahrhunderts entgegentritt. Die Ritter von Kinzweiler wurden zwar Lehnsmannen der Herzöge von Jülich, jedoch erkannten diese die Kinzweiler als Grundherren und Unterherrschaft an.

Somit behielten die Kinzweiler Ritter weitgehendste Selbständigkeit. Sie verfügten über einen eigene Gerichtsbarkeit, brauchten keine Truppen für die Jülicher Garnison zu stellen und durften ihre Waren zollfrei ins Jülicher Land verkaufen. Offenbar erhielten sie auch das Recht, dass oben beschriebene Wappen zu führen.

Bei der Gestaltung des Gemeindewappens hat man wahrscheinlich bewusst den Wappenschild der Herren von und zu Kinzweiler in den Mittelpunkt gestellt und die Darstellung des hl. Georg zur Ausstattung hinzugenommen, um damit besonders auf die bedeutsame historische Entwicklung Kinzweilers hinzuweisen.

Die nach dem Aussterben des Kinzweiler Geschlechtes zu Kinzweiler um die Mitte des 15. Jahrhunderts, in wechselnder Folge in den Besitz der Unterherrschaft gelangenden Adelsfamilien, wurden bei der Wappengestaltung richtigerweise nicht berücksichtigt, da sie nicht eigentlich Kinzweiler Geschlechter waren.

So kann abschließend gesagt werden, dass das Kinzweiler Gemeindewappen ganz in der Geschichte dieses alten Ortes begründet liegt. Der seid der Gemeindegründung vor 157 Jahren ebenfalls zur Gemeinde Kinzweiler gehörende Ort Hehlrath, der früher jedoch nicht in direkter Verbindung mit der Herrschaft Kinzweiler gestanden hat, sondern in gerichtlicher wie kirchlicher Sicht zu Lohn gehörte, konnte offensichtlich keine bestimmten Elemente zum Wappen beitragen. Jedoch ist auch Hehlrath aus der Niederlassung eines Rittersitzes hervorgegangen. Somit ist auch hier eine Bindung zur Aussage des Wappens gegeben.

Die Legende vom hl. Georg

Die berühmte Legende über den hl. Georg als Drachentöter hat Erneust Hello uns erzählt :

Es war in der Umgebung von Beirut; in einem See hauste ein ungeheurer Drache und machte Wasser und Land unsicher. Manchmal kam er bis vor die Tore der Stadt, wo er die Luft verpestete. Man beschloß, ihm zwei Schafe täglich zum Opfer zu bringen. Aber bald gingen die Schafe aus. Man befragte das Orakel. Die Antwort lautete, man müsse dem Drachen Menschenopfer bringen und die, die dem Tode geweiht Würden, durch das Los bestimmen.

Eines Tages fiel in Beirut das Los auf Margarete, die Tochter des Königs. Der König verweigerte seine Tochter, aber das Volk war aufrührerisch und drohte, das Schloß in Brand zu stecken. Der König gab nach: er lieferte seine Tochter aus, mit Festkleidern geschmückt. Man führte Margarete zu der Stätte, an der das Ungeheuer sich ihrer bemächtigen würde. Sie lehnte sich, in Tränen zerfließend, an einen Felsen. Aber siehe, am Felsen vorüber kommt der hl. Georg des Weges. Er sieht die weinende Jungfrau, tritt herzu und fragt sie nach dem Grund ihres Kummers. Sie erzählt ihm alles. Der heilige Held bleibt ihr zur Seite. plötzlich kocht das Wasser auf: Der Drache windet sich heraus, teilt die Wogen, schauerliches Zischen erfüllt die Luft, stinkende Gerüche vergiften sie. Das junge Mädchen stößt Schreie des Schreckens aus ,,Fürchte dich nicht", sagt der hl. Georg, steigt auf sein Pferd, befiehlt sich Gott, stürzt sich auf das Ungeheuer, bringt ihm einen tiefen Stich mit der Lanze bei und zwingt es zu seinen Füßen. "Jetzt", so sagt Georg zu dem jungen Mädchen, "nimm deinen Gürtel und lege ihn dem Tier um den Hals!" Und sie führte das Ungeheuer in die Stadt, wo das versammelte Volk in Freudengeschrei und Dankesrufe ausbrach. Und Georg sprach zum Volke, wenn es an Gott glauben wolle, so werde er das Ungeheuer vollends töten. Da empfing der König die Taufe und zwanzigtausend Menschen mit ihm. Der König wollte Georg mit Ehren überhäufen und seine Schätze mit ihm teilen. Aber Georg ließ alles an die Armen verteilen, was man ihm geben wollte, umarmte den König, empfahl ihm alle Unglücklichen und kehrte in sein Land zurück.

Historische Hintergründe über den hl. Georg

Der hl. Georg gehört zu den vierzehn Nothelfern. Bei den Griechen wurde er "Erzmärtyrer" genannt und im christlichen Altertum und im Mittelalter von allen Blutzeugen am meisten verehrt. Er gilt als das heroische Vorbild für alle Stände; viele Wunder werden seiner Fürbitte zugeschrieben. Mag auch das Geschichtliche über ihn umstritten sein, so ist er doch zum Symbol für Tapferkeit geworden. Als stolzer Ritter hoch zu Roß einen Drachen tötend, so kennt jeder seine bildliche Darstellung. Sein Pferd ist deshalb braun, weil sein Fest in die Saatzeit fällt (23. April), zum Unterschied vom hl. Martin (11. November), der auf weißem Pferde erscheint, weil sein Fest zu Beginn der Winterzeit gefeiert wird.

Georg wurde zum Bannerträger der Kreuzfahrer, zum Nationalheiligen der Engländer; Georgsritterorden wurden gegründet, deren Patron er ist, weil er ihnen vorgelebt hat, treu, mannhaft und mit reinem Herzen seine schwere Pflicht zu tun.

Wenn man Historisches von Legendärem trennt, so kann wohl angenommen werden, daß der hl. Georg unter dem Kaiser Diokletian (+ 305) ein furchtbares und in seiner grausamen Vielfalt ungeheuerliches Martyrium durchgestanden hat. Ebenso ist über ihn historisch bekannt, daß er aus Kappadozien stammt und ein höherer römischer Offizier unter Kaiser Diokletian gewesen ist.

>Georg soll um das Jahr 280 geboren sein und schon in jungen Jahren das Waffenhandwerk erwählt haben. Sehr bald erhielt er den hohen Rang eines Obersten und hatte als Tribun jederzeit Zutritt zum Kaiser, der seine große Tapferkeit schätzte. Als die Christenverfolgungen erneut einsetzten, machte der kühne Jüngling dem Kaiser Vorwürfe. Dieser aber sagte: ,,Junger Mann, denke an deine Zukunft" Als Georg ihm entgegnen wollte, ergrimmte der Kaiser und gab den Wachen den Befehl, den jungen Offizier in Ketten zu legen. Trotzdem Georg unendliche Qualen zu erdulden hatte, blieb er seinem Glauben an Christus treu, und der erzürnte Herrscher sah ein, daß er ihn nicht zu überwinden vermochte. Je mehr man ihn folterte, desto getroster wurde der Held, seine Wunden heilten auf wunderbare Weise, weil Gott ihm in der Nacht immer wieder stärkte. Da die üblichen Martern nicht ausreichten, mußte man neue erfinden. Georg erhielt den Namen "der große Märtyrer", Megalomartyr, denn er erlitt tausend Tode nacheinander. Bei den Griechen gilt er mit dem hl. Demetrius und dem hl. Theodor als Soldatenheiliger. Sein Mut und seine Heldenhaftigkeit sind beispielhaft! Sogar die Götzenpriester und das Bildwerk des Apollo, in dessen Tempel man ihn führte, vermochten nicht, den Jüngling zum Abfall zu bringen. Da ergriff man ihn von neuem und hieb ihm den Kopf ab. So besiegte dieser Heilige in der Tat den Drachen des Unglaubens.

Die Website der Heimatfreunde Kinzweiler

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